Auf die Friesener Warte

Warum nicht mal einen Ultra für sich alleine laufen? Auf Begleitung und Verpflegungsstationen verzichten – einfach nur für sich selbst lange unterwegs sein. Das wollte ich Ende April ausprobieren und sehen, ob 50 km klappen. So hatte ich einen Ersatz für meinen Start beim Dreiburgenland Marathon am 25. April, der wg. Corona abgesagt wurde.

Im Vorfeld legte ich mir über Komoot eine Strecke zurecht, die 50 km lang war und zudem ein paar Höhenmeter aufwies. Von Bamberg aus sollte es auf die Friesener Warte gehen.

Start an der ERBA-Insel

Los ging es morgens um 7.30 Uhr in Gaustadt, wo es noch ruhig war. Entlang des Kanals lief ich zur Wunderburg und musste von dort über die Straßen zum Berliner Ring und weiter Richtung Hauptsmoorwald laufen. Das war das einzig langweile Stück entlang der Strecke. Aber es nützt nichts, irgendwie musste ich durch die Stadt kommen.

Frische Morgenluft im Hauptsmoorwald

Im Hauptsmoorwald konnte ich dann die frische Morgenluft genießen und bei einer Schleife zur Kunigundenruh einige schöne Trails laufen. Insgesamt war mein Lauf im Wald allerdings von breiteren Forstwegen geprägt, was mich nicht störte. Ich hatte ja noch einige Kilometer vor mir. Weiter ging es zur Hubertusquelle und zum Sendelbach, der im Süden Bambergs in den Kanal mündet. In einem ständigen Auf-und-Ab konnte ich entspannt durch den Wald laufen und erreichte etwa bei km 19 Roßdorf am Forst. Ein kleiner Ort in der Fränkischen Toskana mit einem klasse Keller! Von Dort aus führte mich die Strecke über Felder weiter nach Wernsdorf. Die ersten 21 km waren geschafft. Ich fühlte mich sehr gut und die Beine waren noch leicht.

Nun sollte der anstrengende Teil meines Laufs folgen. Von knapp 300 Metern ging es hoch zur Friesener Warte auf 562 Meter. Ich folgte anfangs dem 7-Flüsse-Weg, der mich über einen Wiesenweg Richtung Friesen führte. Auf knapp 3 km stieg der Weg um etwa 100 Hm an und ich lief hoch über dem Regnitztal zum Ort. Dort angekommen ging es dann richtig bergauf! 140 Hm innerhalb von 1,3 km… Auf einer kleinen Straße lief ich zum Wanderparkplatz unterhalb der Friesener Warte, wo ich eine kurze Verschnaufpause einlegte. Auf einem sehr schmalen Trail ging es das letzte Stück aufwärts und in einem Bogen um die Friesener Warte. Tolle, gut laufbare Trails erwarteten mich dort oben. Es hat einfach nur Spaß gemacht!

Trails an der Friesener Warte

Nach meiner Schleife gelangte ich zum Segelflugplatz, um den ich lief. Am Ende der Startpiste angekommen, ging es an der Abbruchkante wieder zurück und anschließend auf losen Steinen steil bergab. Etwas rutschig, aber es ging… Wieder zurück am Wanderparkplatz hieß es nochmals nach Friesen laufen und schön langsam den Heimweg antreten. Inzwischen hatte ich 32 Kilometer auf der Uhr…

Über einen Feldweg lief ich zu einen kleinen Bach, dem ich durch die Wiese folgte und östlich von Strullendorf die A73 unterquerte. Auf schönen Waldwegen ging es für mich weiter Richtung Strullendorf und durch die Tiergartenstraße ins Ortszentrum. An der Apotheke konnte ich meinen Trinkrucksack nochmal auffüllen lassen. Inzwischen wurde es sehr sonnig und die Temperaturen kletterten auf etwa 20 Grad. Über den Bahnhof verließ ich Strullendorf und erreichte nach ein paar Minuten den Main-Donau-Kanal. Zwei Brücken weiter überquerte ich den Kanal und lief entlang der Felder und Sandwiesen, wo ich km 42 erreichte. Noch etwa 3 Kilometer waren es nun nach Bug und ich merkte, dass die linke Wade anfängt, Zicken zu machen. Aber noch hielt sich alles in Grenzen und es lief gut. In Bug ging es über die Regnitz und durch den Hain. Hier musste ich kurez Dehnpausen einlegen… Entlang des Weegmannufer freute ich mich nun, dass es ganz leicht bergab geht und ich es etwas laufen lassen konnte. Die Vorfreude war nun groß, da ich wusste, ich schaffe die 50 km und die Zeit bleibt wahrscheinlich unter 5 Stunden. Nur noch kurz über die ERBA-Insel und es war geschafft! Mein erster 50 km Lauf ganz allein!

50,32 km / 4:56.29 Std. / 560 Hm

Download file: 2020-04-24_Ultra-Friesener-Warte.gpx

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