Allgäu Panorama Marathon 2018

69,9 km durch das Oberallgäu bei Sonthofen und Oberstdorf. Wenn das Wetter mitspielt, ist der Lauf einfach ein Traum – aber auch anstrengend. Knapp 3.200 Hm gilt es zu überwinden.

Nach 2014, 2016 startete ich 2018 zum dritten Mal über die Ultra-Distanz. 2012 lief ich den Marathon im Allgäu. Die Bedingungen hätten besser nicht sein können: morgens kühl und strahlender Sonnenschein, der den ganzen Tag anhielt. Allerdings wurde es nachmittags ziemlich warm und dann kam bei km 58 noch der Sonnenkopf… Diesmal gab es keine Bestzeit, aber was solls… ankommen ist bei einem Ultra das Wichtigste!

Meine Entscheidung für die Teilnahme am Allgäu Panorama Marathon fiel in diesem Jahr sehr spät, so dass ich nur noch eine Übernachtungsmöglichkeit auf eine Couch in einer Ferienwohnung bekam. Nicht das bequemste, aber es ging. Nach wenig Schlaf machte ich mich durch Sonthofen auf zum Start, der um 6 Uhr erfolgen sollte. Es war noch dunkel und ziemlich frisch, aber die Vorfreude war schon da! Am Allgäu Outlet sammelten sich die Starterinnen und Starter und bald ging es dann auch los.

Kurz vor dem Start des Ultras

Auf den ersten Kilometern nach dem Start hieß es warmlaufen – es ging flach an der Iller entlang, bevor etwa ab Kilometer 2 der erste große Anstieg begann. Anfangs liefen wir noch sehr moderat bergauf nach Hüttenberg, bevor es steiler wurde. In einer Schleife ging es hoch zum Allgäuer Berghof und weiter zur Weltcuphütte, wo nach etwa 8 Kilometer die erste Versorgungsstation auf uns wartete. Bis jetzt hatten wir bereits die ersten 500 Höhenmeter mit teilweise sehr steilen Anstiegen geschafft. Belohnt wurden wir dafür mit einem atemberaubenden Panorama über die Allgäuer Bergwelt.

Kurz nach der Versorgungsstation liefen wir am Ofterschwanger Horn entlang und hatten immer die Bergkette auf der gegenüberliegenden Seite im Blick. Dort werden wir später laufen…
Auf schönen Wegen führte uns die Strecke weiter Richtung Weiherkopf, einem der höchsten Punkte der Strecke. Begleitet wurden wir immer wieder von Kühen, die auf den Wiesen weideten oder auch auf der Laufstrecke unterwegs waren.

Unsere Begleiter und Zuschauer…

12 Kilometer zeigte die Uhr am Gipfel an und nun sollte es wieder bergab gehen. Über den Hörner Höhenweg liefen wir Richtung Grasgehren und mussten dabei nochmal einen Anstieg überwinden. Bei der Berghütte erwartete uns die nächste Versorgungsstation. Knapp 2 Kilometer waren es nun bis zum Riedbergpass, die sehr angenehm zu laufen waren. Auch anschließend lief es gut dahin. Meist auf breiteren Wegen bzw. abschnittsweise auch auf Teer. Im Folgenden passierten wir die Abzweigung, wo sich Ultra und Marathon trennen. Aus unserer Gruppe liefen natürlich alle auf der Ultrastrecke weiter, um nach Rohrmoss und ins Kleinwalsertal zu gelangen.

Willkommen in Österreich!

Kurz nach passieren der Grenze wartete eine Versorgungsstation auf die Läuferinnen und Läufer. Die Auswahl war wieder top und gerne wäre ich etwas länger geblieben, aber… Auf der Straße ging es für die nächsten Kilometer sehr angenehm bergab bis zur Schwendebrücke hoch über der Breitach. Damit war die Verschnaufpause auch wieder vorbei, denn es folgte der über 5 Kilometer lange, sehr sonnige Anstieg zum Söllereck. Kühe und viele Wanderer waren hier die Begleiter, die uns teilweise anfeuerten, teilweise etwas entgeistert schauten. Am Berghaus war die Freude groß, als die nächste Versorgungsstelle passiert wurde.

Wir liefen über einen Holzweg durch das Hühnermoos und nun sollte es bis Oberstdorf fast nur noch bergab gehen. Teilweise auf gut laufbaren Wegen, teilweise auf sehr steilen Abschnitten, die die volle Konzentration forderten.

Nach dem Freibergsee war es nur noch ein kurzes Stück im Wald und etwa ab km 46 liefen wir durch die pralle Sonne auf Oberstdorf zu. Erst durch einen Vorort, dann nochmal am Waldrand entlang und schließlich erreichten wir die Talstation der Nebelhornbahn und nach einer Schleife erreichten wir das Skisprungstadion, wo bei km 49 eine weitere Versorgungsstation wartete.

Von Oberstdorf aus sollte es bis zum 1712 Meter hohen Sonnenkopf etwa bei km 61 eigentlich nur noch bergauf gehen. Anfangs folgten wir der Straße und zweigten etwas oberhalb des Ortes auf den Wallrafweg, von dem sich immer wieder schöne Ausblicke auf die gegenüberliegende Bergkette boten, wo wir vormittags gelaufen sind. Ein kurzes Stück ging es sogar noch mal bergab, bevor an der Gaisalpe eine weitere Versorgungsstation erreicht wurde. Es lief so weiter, viele Passagen, an denen Gehen angesagt war, dazwischen laufbare Abschnitte. Bis etwa km 59 ging es so dahin. Dann kam der Abzweig mit dem Hinweisschild

Bergauf zum Sonnenkopf…

Die nächsten knapp 2 Kilometer wurden die anstrengendsten Kilometer des ganzen Laufs – eine Kilometerzeit von knapp 25 Minuten bei etwa 300 Höhenmetern. Puh, war das anstrengend! Umso größer war die Freude, oben angekommen zu sein! Kurz die Aussicht genießen, etwas trinken und am Gipfelkreuz hinsetzen… Dann ging es weiter – 9 Kilometer sollte der letzte Abstieg nach Sonthofen werden. Anfangs auf einer sehr anspruchsvollen Strecke über Wiesen, durch die ein schmaler Pfad führt. Spätestens ab dem Sonthofer Hof auf knapp unter 1200 Meter wurde es angenehmer zu laufen. Das Gefälle wurde flacher und entlang eines Schotterweges konnte sogar noch mal Tempo gemacht werden. Kurz nach Hofen schwenkten wir an den Schwarzenbach ein, dem wir bis zum Ortseingang von Sonthofen folgten. Nun war es nur noch ein kurzes Stück, über die Bahngleise ging es zum Ziel am Wonnemar. Es war geschafft! Ich hatte mein drittes Steinmännchen erlaufen.

Es ist geschafft!

69,9 km / 10:27.01 Std. / etwa 3.200 Hm

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