5-Burgen-Marathon

Der Burgenwinkel im Naturpark Haßberge ist ein top Laufrevier mit vielen Trails, auf denen einige Höhenmeter zusammenkommen. Für meinen Marathon im Mai plante ich eine Strecke, die mich an den Burgruinen Rotenhan, Lichtenstein, Altenstein, Bramberg und Raueneck vorbeiführte. So kam mein persönlicher 5-Burgen-Marathon zustande. Ein paar Tage nach dem Lauf stellte ich fest, dass es sogar ein besonderer Marathon war: es war mein 60. Marathon bzw. Ultralauf!

Start war an der Ruine Rotenhan, etwa 2 km außerhalb von Ebern, wobei ich mir bei der Anfahrt dachte, ob das ein guter Ausgangspunkt ist. Vom Tal aus ging es steil bergauf und dies wären meine letzten Meter des Marathons. Aber ich hatte die Strecke so geplant, also wollte ich sie auch so laufen – und mit dem Anstieg starten, wäre auch nicht besser gewesen. Gegen 8.30 Uhr war es an dem Freitag noch kühl und der Himmel bedeckt. Dennoch entschied ich mich, in kurzer Kleidung zu starten, schließlich sollte es im Laufe des Tages knapp 20 Grad warm werden.

Direkt an der Ruine Rotenhan befindet sich ein Wanderparkplatz von dem aus ich startete und dem Burgenkundlichen Lehrpfad bzw. dem Burgen- und Schlösserweg durch den Burgenwinkel folgte. Die beiden Wanderwege begleiteten mich über weite Strecken meines 5-Burgen-Marathons. Nach einer kurzen Umrundung der Ruine ging es auf einem schmalen Trail zum Waldrand, der durch den Regen etwas rutschig war. Hier war die Ruine Lichtenstein bereits angeschrieben und mit schönen Ausblicken nach Norden lief ich an Feldern und kleineren Dörfern vorbei. Meine Abzweigung auf dem Wanderweg habe ich leider verpasst, so dass ich auf die Straße stieß. Durch eine Baustelle war es etwas unübersichtlich, aber die Richtung war ja klar. Solltet ihr die Strecke nachlaufen, achtet hier gut auf die Abzweigung!

Burgruine Lichtenstein

In Lichtenstein angekommen, ging es etwas durchs Gebüsch, um auf den Sagenpfad um die Burgruine zu gelangen. Dieser ist auch mit Kindern ein tolles Ausflugsziel! Es ging an der Pferdetränke, großen Felsen und kleineren Höhlen vorbei, bevor ich die Ruine erreichte, die frei zugänglich ist. Eine kleine Runde musste hier natürlich sein bevor es weiter Richtung Altenstein ging. Mehr zur Burgruine Lichtenstein findet ihr bei Wikipedia.

Nach etwa 5 km Gesamtstrecke verließ ich den kleinen Ort. Kurz nach dem Wanderparkplatz gabelt sich der Weg und ich entschied mich für den Weg, der über den Diebskeller zur Ruine Altenstein führt. In einem ständigen Auf und Ab lief ich für etwa 3 km auf einem Forstweg, bevor es auf einem schmalen Trail zum Diebskeller, einer imposanten Felsformation im Wald geht.

Der schmale Trail schlängelt sich durch die Felsen, was ein tolles Lauferlebnis ist! Hier solltet ihr eine kurze Pause einlegen und euch etwas umschauen. Es lohnt sich! Im Anschluss an den Diebskeller den Weg geradeaus wählen, der nach ein paar Hundert Meter auf einen Forstweg stößt. Hier links halten und für ein etwas längeres Stück geht es auf einem Forstweg bergab, so dass man es sehr schön laufen lassen kann. An der nächsten Abzweigung geht es nach rechts wieder auf einen schmalen Trail, der mit Burgruine Altenstein und Geißstein ausgeschildert ist. Die Felsformation Geißstein erreichte ich nach einem kurzen Anstieg und umrundete diese nahezu, bevor es weiter zum Forstweg ging, der nach Altenstein führt. Solltet ihr an der Felsgruppe der Beschilderung zum Rastplatz Geißstein folgen, dann dort dem Schotterweg nach rechts folgen und anschließend links Richtung Altenstein laufen.

Burgruine Altenstein

In Altenstein angekommen ging es am Weg zwischen den Häusern und dem Waldrand entlang; über einen Forstweg erreichte ich das Schwimmbad und lief weiter in den Burgring, um zu meiner dritten Burgruine zu kommen. Ich war mir nicht sicher, ob diese auch zugänglich ist, da es ein Tor gibt und direkt daneben das Burgeninformationszentrum liegt, das geschlossen hatte. Ich hatte aber Glück und konnte eine Runde in der Burg drehen.

Nach Verlassen der Burgruine ging es vom Ortsausgang Richtung B279 bergab. Ich bog rechts ab und lief über schmale Wege weiter, auf denen es teils etwas schwer war, den richtigen Weg bzw. die richtige Abzweigung zu finden, aber mit etwas suchen ging es und ich erreichte den Radweg an der Straße, die ich in Pfaffendorf überquerte und am Gasthof Seeblick vorbeilief. Ein Name, der bei dem Fischweiher auf der Rückseite etwas übertrieben klingt… Nach einer Linkskurve ging es an der Straße bis zum Ortsende bergauf und weiter in den Wald. Bis Römmelsdorf lief ich nahezu immer gerade auf dem Weg weiter und durchquerte den kleinen Ort und überquerte die Baunach. Kurz darauf zweigte links die Wanderweg-Markierung ab, der ich folgte und mit ein paar Kurven im Wald nahe Leuzendorf diesen wieder verließ. Auf dem Flurweg ging es am Ort vorbei Richtung Hohnhausen. Es war schön, den Blick über die Landschaft schweifen zu lassen. Felder, grüne Wiesen, gelbe Rapsfelder und ein blauer Himmel mit tollen Wolken.

Bei Hohnhausen war der Weg eigentlich etwas anders geplant, als ich ihn dann lief. Das Problem, wenn man auf der Uhr keine Karte hat, sondern nur die Anweisungen per Pfeil kommen. Meist funktioniert dies ganz gut, aber leider nicht immer… und hier klappte es nicht so gut.

Ruine Bramberg

Ich verließ den Wald und lief zur Straße, der ich knapp 500 Meter folgte, bevor der größte Anstieg entlang der Strecke folgte. Durch den Wald ging es hoch zur Ruine Bramberg, die auf 495 Meter über dem Meer liegt, was zugleich der höchste Punkt des 5-Burgen-Marathons war. Der Anstieg war aber gut laufbar, so dass das nächste Zwischenziel schnell näherkam. Knapp 28 Kilometer zeigte die Uhr inzwischen an und im Inneren der Burg machte ich eine kleine Pause, um einen Riegel zu essen und die Aussicht zu genießen.

Nach der kurzen Pause ging es wieder durch das Eingangsportal der Burg auf den Weg, den ich nach einem kurzen Stück nach rechts verließ und auf einem sehr schönen Trail leicht bergab lief. Hier konnte ich es wieder laufen lassen, was einfach genial war. Nach ein paar Abzweigungen ging es nach links weiter Richtung Bramberg. Die Felder entlang des Weges waren von der Rapsblüte gelb. Etwa bei km 31 erreichte ich den Ort, den ich auf der Hauptstraße durchquerte. Am Ortsende war mein Zielort Ebern mit 10 Kilometern bereits angeschrieben. Ich lief etwas bergauf und weiter an den gelben Feldern entlang, bis der Wald wieder erreicht wurde.

Leider folgte hier nochmals etwas Verwirrung, was den Weg betrifft. Obwohl ich auf dem richtigen Weg war, war ich mir nicht sicher und lief nochmals zurück und wählte einen anderen Weg am Waldrand, der nach ein paar Hundert Meter wieder auf meinen geplanten Weg stieß. Im Wald ging es dann nochmals auf einem schmalen Trail steil bergauf und ich erreichte einen Wanderparkplatz, von dem aus es nur noch ein kurzes Stück bis zur Ruine Raueneck war.

Burgruine Raueneck

Natürlich ging es auch hier auf dem ausgeschilderten Weg wieder bergauf, anfangs auf einem Forstweg, kurz darauf auf einem Trail, der nochmals steiler und rutschiger wurde. In einer Runde unterhalb der Burg erreichte ich den Eingang und hatte somit die fünfte Burg meines 5-Burgen-Marathons erreicht! Knapp 41 Kilometer standen inzwischen auf der Uhr.

An der Burgruine war bereits das Ziel meines Laufs angeschrieben. Noch 5,6 km bis zur Ruine Rotenhan. Eigentlich dachte ich, es wären nicht mehr so viele Kilometer, da ich ja bereits 41 km gelaufen bin, aber anscheinend bin ich doch an manchen Stellen etwas länger gelaufen als gedacht. Wie auch immer, das Ziel kam näher! Auf einem gut laufbaren Forstweg ging es immer bergab, anfangs durch den Wald und später über Wiesen und Felder. Auf der gegenüberliegenden Seite sah ich bereits Ebern und auch das Waldstück, in dem die Ruine Rotenhan versteckt lag. Das bedeutete, dass der letzte Anstieg nicht mehr weit war. Nach mehreren Kurven erreichte ich die B279, die ich an der Kreuzung überquerte und anschließend der Straße Richtung Schloss Eyrichshof folgte. Dort musste noch ein kleiner Abstecher in den Innenhof sein.

Schloss Eyricshof

Das Ziel – Burgruine Rotenhan

Über die Kellerhausstraße ging es nun ein letztes Mal bergauf – lang und steil… Nach der Kurve zweigte rechts der Wanderweg ab, dem ich folgte. Über einen schmalen Weg durch den Wald erreichte ich weiter oben wieder die Straße und den Wanderparkplatz an der Ruine Rotenhan. Ich hatte es geschafft! Ich hatte meinen persönlichen 5-Burgen-Marathon gefinisht!

45,4 km | 1.044 Höhenmeter | 5:03:04 Stunden | 6:41 min/km


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